Sie haben von der Romandie gesprochen. Der Online-Dialog funktionierte simultanübersetzt. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
Weil wir mehrsprachig kommunizieren, war es für uns eine Voraussetzung, dass wir den Online-Dialog dreisprachig machen können.
Und wie hat das funktioniert, rein technisch?
Einwandfrei – wir hatten keine Klagen. Auch, weil wir die Fachausdrücke gut vorbereitet hatten.
«Überall, wo offene Fragestellungen zentral sind, funktioniert BrainE4.»
Welche Themen wünschten die Teilnehmenden mehr – und welche eher weniger?
Themen, die in unserer Verbandskommunikation mehr Platz erhalten sollen, sind: Digitalisierung, Bürgerpartizipation und Fachkräftemangel. Weiter hinten landeten – auch zu meiner Überraschung – Energie, Biodiversität oder Migration. Ich hätte darauf getippt, dass Migrations-Themen weiter vorne landen.
Welche Schlüsse ziehen Sie aus den Daten?
Wir haben gemerkt, dass Newsletter und Magazin rege genutzt werden. Die Verbands-Homepage wird weniger direkt angegangen. Auch Social Media wird im Vergleich etwas weniger genutzt. Dieses Wissen hilft uns, die Ressourcen einzuteilen. Denn diese sind mit zwei verantwortlichen Personen eher limitiert. Wir können Social Media nicht hochprofessionell betreiben. Dafür fehlen uns die Ressourcen. Wir konzentrieren uns also auf das Heft und den Newsletter, denn das wird auch gelesen.
Was kam neu auf die „Wunschliste“?
Viele Gemeinden wünschen mehr Interaktion und Erfahrungsaustausch – untereinander, aber auch mit uns. Da haben wir schon erste Schritte gemacht, verschiedene Formate angeschaut. Wir versuchen jetzt, ein Gefäß zu entwickeln, das das ermöglicht. Konkret prüfen wir zurzeit etwa die Möglichkeit zur Durchführung von Webinaren. Mit unseren Hypothesen, die wir auch in den Online-Dialog eingegeben haben, lagen wir grundsätzlich nicht schlecht. Aber es kam einiges Neues. Gerade zum Thema Digitalisierung gab es mehrere Inputs.
Ihre Hypothesen haben verhältnismässig gut abgeschnitten, aber es hat dennoch neue Inputs gegeben, die…
…die Leitplanken neu gesetzt haben. Genau.
Welche Entscheidungen haben Sie aufgrund dieses Online-Dialogs schon gefällt oder ins Auge gefasst?
Verschiedene. Wir versuchen ab sofort im Newsroom weniger „technisch“ zu schreiben, sondern in einer einfacheren Sprache. Ein zweiter Punkt sind die Interaktionsmöglichkeiten. Stichwort: Webinare.
Sie haben gesagt, es sei eine einfachere Sprache gewünscht worden.
Ja, es stellte sich heraus, dass die Leute die Sprache lieber leichter zugänglich hätten. Die eingegebene Meinung war: „Die Texte im Newsroom sind zu kompliziert.“ Das hat eine deutliche Zustimmung erhalten. Das nehmen wir ernst.
«Ein grosser Vorteil von BrainE4 ist, dass man eine Rangliste der Ideen und Meinungen bekommt.»
Was ist Ihr Fazit, das Sie aus diesem Online-Dialog ziehen?
Das Format funktioniert! Mir gefällt der spielerische Aspekt. Dazu empfinde ich es als grosse Qualität, dass alle selbst entscheiden können, wie lange und intensiv sie sich damit beschäftigen wollen. Es ist nicht ein vorgegebener Fragebogen, den man von 0 bis 100% abarbeitet. Jeder kann bei jener Frage einsteigen, die ihm zusagt. Ob die Teilnehmenden 3 oder 15 Minuten mitmachen, ist für das Endergebnis egal. Die Gesamt-Inputs sind entscheidend.
Ein anderer Punkt ist die Begleitung durch BrainE4, die ich sehr geschätzt habe. Beginnend mit dem Kick-Off-Meeting, in dem wir gebrieft wurden und den Online-Dialog vorbereitet haben.
Dann gab es eine Art Halbzeit-Bilanz und zum Schluss einen ausführlichen Ergebnisbericht.
Wie schätzen Sie den Schlussbericht ein, den Sie bekommen haben?
Es ist wie eine Art Management-Summary. Eine grössere Organisation würde sich vielleicht dem Bericht in der ganzen Tiefe widmen. Uns reichte die Zusammenfassung. Die Ranglisten waren sehr hilfreich.
Neben dem Schlussbericht nach vier Wochen bestand auch die Möglichkeit, während des Online-Dialogs Zwischenresultate zu sehen. Haben Sie das genutzt?
Ich habe mich alle paar Tage eingeloggt und das mit Freude angeschaut. Es machte Spass zu sehen, dass immer mehr Leute mitmachten. Es war spannend, die Entwicklung der Ideen zu verfolgen.