Die Vorbereitungszeit für diesen Online-Dialog war wenige Wochen.
Es war eine „Hauruck-Aktion“. Wir wollten am 5. Januar mit den Resultaten an die Öffentlichkeit gelangen, vor dem traditionellen Dreikönigstag-Treffen der Mitte. Wir wollten einen Tag vorher da sein. Die Absicht dahinter war richtig, aber wir hätten uns im Nachhinein vielleicht etwas mehr Zeit geben sollen.
Sind konkrete Entscheide gefallen, aufgrund der Erkenntnisse?
Wir überarbeiten unser Wahlkampfmotto und -thema. Wir haben ursprünglich Begriffe aus dem Bericht genommen. Aber die wirkten manchmal zu sachlich und zu trocken – auch wenn sie inhaltlich stimmen. Der Online-Dialog zeigte uns: Die Leute wollen nicht Veränderung um jeden Preis. Die FDP steht für Veränderung und Weiterentwicklung. Aber wir müssen auf die Bevölkerung hören. Auf der Welt verändert sich gerade viel – vielleicht zu viel.
«Die Leute wollen nicht Veränderung um jeden Preis.»
Welches Fazit ziehen Sie?
Für mich sind die 15 – 20 Themen, für die wir uns einsetzen wollen, zentral. Denn sie reflektieren freisinnige Werte und sind dennoch breit genug, dass sich die Kandidierenden Themen aussuchen können, die zu ihnen oder ihrer Gemeinde passen. Ein Regierungsrat macht seine Kampagne inhaltlich anders als eine Gemeinderätin. Und die Exekutive funktioniert anders als die Legislative.
Wer zur Offiziersgesellschaft geht, spricht über anderes, als wer ins Altersheim geht. Deshalb ist es auch passend, dass auch unsere Basis an diesem Online-Dialog mitgemacht hat.
Wie würde das funktionieren, wenn ausschliesslich FDP-Mitglieder angesprochen würden?
Das gäbe ganz andere Ergebnisse. Man muss schauen, wie man die Leute gruppiert. Wir hatten 300 Leute von unseren 1'800 Mitgliedern, die mitgemacht haben. Je nachdem, wo man die Engagement-Anstrengungen hinlenkt, hat man am Ende ein Ergebnis. Das muss einem bewusst sein.
Wenn den Leuten ein Problem unter den Nägeln brennt, dann wollen noch mehr mitmachen. Demgegenüber war Ihr Inhalt offener, allgemeiner, neutraler: „Wie ist die Stimmungslage?“
Stimmt, das ist eine gute Beobachtung. Leidensdruck und Kontroversen befeuern so etwas.
Was ist Ihr Fazit zur Zusammenarbeit?
Für mich war es eine tolle Erfahrung, vor allem wegen dieser Top-Punkte in der Rangliste. Wir haben jetzt viele Punkte und Argumente, die immer noch sehr freisinnig sind, aber jeder unserer Kantonsrats-Kandidaten kann sich daraus zwei, drei Punkte herauspicken, die für ihn passen. So präsentieren wir der Zuger Gesamtbevölkerung einen Strauss voller Ideen., die auch unseren freisinnigen Kompass wiedergeben.
Fakten:
7 offene Fragen
421 Teilnehmende
717 Meinungen und Ideen
33'504 Validierungen