Claudia Kilcherr, Director Business Services, SOCAR,
& Tanja Hegglin, Head of HR CH & AT, SOCAR

«BrainE4 bietet dem Management eine klare Grundlage für Verbesserungen.»
Viele Unternehmen sind organisatorisch ähnlich aufgestellt: administrative Bereiche auf der einen Seite, operative Einheiten wie ein Verkaufsnetz auf der anderen. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, die Bedürfnisse und Anliegen aller Mitarbeitenden systematisch und effizient zu erfassen.Die Energiegesellschaft SOCAR entschied sich deshalb für den Einsatz des Online-Dialogs von BrainE4 – mit überzeugenden Resultaten.
Frau Kilchherr, Frau Hegglin: Was war Ihre Ausgangslage?
Kilchherr: Ziel war eine neutrale Standortbestimmung innerhalb der Belegschaft – unabhängig von konkreten Ereignissen oder Veränderungsprozessen. Die letzte Mitarbeitendenbefragung hatte im Zusammenhang mit einer Reorganisation stattgefunden und war thematisch stark eingegrenzt. Diesmal wollten wir ein umfassenderes Bild erhalten.
Wurden alle Mitarbeitenden einbezogen?
Kilchherr: Ja. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Arbeitsrealitäten führten wir zwei separate Dialoge durch: einen für rund 700 Mitarbeitende an den Tankstellen und einen für etwa 100 Mitarbeitende in der Verwaltung. Entsprechend unterschieden sich auch die Fragestellungen.
«Ein grosser Vorteil ist die Transparenz während des Dialogs.»
Wie hoch war die Beteiligung?
Kilchherr: Sehr erfreulich. In der Verwaltung hatten wir mit einer hohen Teilnahme gerechnet. Herausfordernder war es bei den Tankstellen, da diese Mitarbeitenden schwieriger zentral zu erreichen sind. Dank der Unterstützung der Teamleiter konnten wir jedoch auch dort eine hohe Beteiligung erzielen.
Gab es sprachliche Hürden?
Kilchherr: Nein. Der Online-Dialog wurde auf Deutsch, Französisch und Italienisch durchgeführt und funktionierte reibungslos.
Wie unterschied sich BrainE4 von bisherigen Befragungen?
Kilchherr: Der Ansatz unterscheidet sich grundlegend von klassischen Umfragen mit Skalenbewertungen. Die Mitarbeitenden konnten ihre Ideen und Meinungen frei formulieren und die Beiträge anderer bewerten. Diese Dynamik führte dazu, dass sich relevante Themen sehr klar herauskristallisierten. Besonders wertvoll war, dass der exakte Wortlaut der Mitarbeitenden sichtbar blieb – Interpretationsspielräume wurden dadurch stark reduziert. Das ist ein grosser Vorteil.
«Der Bericht von BrainE4 liefert ein verlässliches Gesamtbild.»
Welche Ergebnisse waren besonders relevant?
Kilchherr: In der Verwaltung zeigte sich eine hohe Zufriedenheit. Positiv hervorgehoben wurden die Unternehmenskultur, der kooperative Mindset sowie das Verhalten von Führungskräften und Management – insbesondere in Notsituationen der Mitarbeitenden. Ein zentrales Thema war zudem die Fairness, etwa beim Homeoffice.
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Obwohl eine klare Regelung besteht, wurde bemängelt, dass diese nicht überall gleich umgesetzt wird. Der Aspekt der Gleichbehandlung erwies sich als übergreifend sehr wichtig.
Welche Rückmeldungen kamen aus dem Tankstellennetz?
Kilchherr: Wir hatten erwartet, dass insbesondere die Löhne thematisiert würden, da diese im Detailhandel generell kein leichtes Thema sind. Umso positiver war es, dass dies kaum als Kritikpunkt auftauchte. Stattdessen erhielten wir viele positive Rückmeldungen zur Teamzusammenarbeit und zur Arbeitgeberattraktivität von SOCAR. Auch hier spielte Fairness eine Rolle, etwa bei Beförderungen.
Wie schnitten Ihre eigenen Hypothesen ab?
Kilchherr: Viele unserer Hypothesen bestätigten sich. Gleichzeitig gab es überraschende Themen, etwa im Bereich Benefits. So wurde der Wunsch geäussert, auch den öffentlichen Verkehr finanziell zu unterstützen.
Ein sensibles Thema für ein Energieunternehmen?
Kilchherr: In gewisser Weise ja. Wir verkaufen zwar Treibstoffe, investieren aber gleichzeitig stark in alternative Energien, Elektro-Ladeinfrastruktur und Wasserstoff. Die Frage nach ÖV-Subventionen wird derzeit im Management und mit HR intensiv diskutiert. Unser Anspruch ist es, ein fairer und attraktiver Arbeitgeber zu bleiben.
«Das Management Summary bietet eine gute Orientierung.»
Wenn Sie BrainE4 mit anderen Formen der Befragung vergleichen, aus welchen Gründen würden Sie BrainE4 nochmals einsetzen?
Kilchherr: Ich finde es ein sehr spannendes Tool. Modern im Layout und in der Handhabung. Ein grosser Vorteil ist die Transparenz während des Dialogs. Teilnehmende sehen in Echtzeit, wie ihre Beiträge aufgenommen werden. Bei klassischen Umfragen fehlt diese Rückmeldung vollständig.
Hegglin: Zudem gab es keinerlei Rückfragen zur Anonymität. Das zeigt, dass Vertrauen in das Tool und ins Management bestand. Besonders erfreulich war die hohe Beteiligung an den Tankstellen – wir konnten Stimmen einholen, die sonst oft schwer erreichbar sind.
Wie bewerteten Sie den Schlussbericht?
Kilchherr: Die Möglichkeit, bereits während des Dialogs erste Auswertungen zu sehen, ist sehr hilfreich. Der abschliessende Bericht ist umfangreich und detailreich. Das Management Summary bietet eine gute Orientierung, gleichzeitig ermöglicht der Detailteil eine vertiefte Analyse.
Hegglin: Wir erhielten sehr viele brauchbare Ergebnisse und Informationen. Den ausführlichen Bericht für das Management zusammenzufassen, war eine Herausforderung. Es war uns ein Anliegen, die Feedbacks der Mitarbeitenden exakt wiederzugeben. Der Management Summary war zu diesem Zweck hilfreich.
Wie fassen Sie Ihre Erfahrung zusammen?
Kilchherr: BrainE4 ist ein modernes, benutzerfreundliches Instrument, mit dem sich Meinungen deutlich differenzierter erfassen lassen als mit klassischen Befragungen. Bei den Feedbacks erkennt man sehr schnell, ob es sich um Meinungen einzelner oder doch um eines breiteren Publikums handelt. Es bietet dem Management eine klare Grundlage für Verbesserungen.
Hegglin: Es ist ein sehr spannendes Instrument. Ich kann mir gut vorstellen, einen solchen Online-Dialog alle drei Jahre durchzuführen. Er liefert ein verlässliches Gesamtbild und bestätigt oder relativiert Eindrücke, die man sonst nur punktuell wahrnimmt. Stand heute denke ich, dass wir bei den Fragestellungen noch etwas provokativer hätten sein können. Aber ich fühlte mich bei der Erarbeitung der Fragen sehr gut aufgehoben. Entscheidend ist, dass die Ergebnisse transparent an die Mitarbeitenden zurückgespielt werden – das zeigt, dass der Dialog ernst genommen wird.
Fakten:
15 offene Fragen
295 Teilnehmende
650 Meinungen und Ideen
63'410 Interaktionen
Interview: thk
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BrainE4

Bereit, Zuhören neu zu definieren?