«Das kostet zwar etwas, aber für mich ist jeder Franken davon wert.»
Was hat Sie am meisten zum Nachdenken gebracht?
Vogt: Für mich vor allem die klaren Rückmeldungen zu unseren Vorgaben bei der Fahrzeugbeschaffung. Die Basis wünscht sich mehr Flexibilität. Das ist ein wertvoller Hinweis, den wir jetzt aufnehmen können, um die Richtlinien künftig praxisnah anzupassen.
Schaer: Die Erkenntnis war: Die Truppe will kein grosses Werk, sondern eine konzentrierte Form. Und zwar am liebsten als Checkliste. Also rasch verfügbar und digital abrufbar.
Was hat Ihnen die Entscheidungsmatrix von BrainE4 für Erkenntnisse gebracht, die eine klassische Vernehmlassung nicht geliefert hätte?
Grenacher: Ein Befund hat mich besonders gefreut: Die Sorge, kleine Feuerwehren könnten gegenüber grossen benachteiligt werden, hat sich klar entkräftet. Die kleineren Wehren haben eine Bevorzugung der Grossen selbst deutlich abgelehnt. Alle wollen dieselben fairen Regeln. Zusätzlich kamen wertvolle Nebenthemen zur Sprache, die wir vorher nicht auf dem Radar hatten.
Schaer: Ein Punkt, der mir im Kopf geblieben ist: Grosse Feuerwehren möchten nicht mehr über feste Kategorien laufen, sondern selbst mitbestimmen, wie sie sich entwickeln. Das ist ein spannender Reflex aus einer historisch gewachsenen Struktur.
Vogt: Der grosse Unterschied zur klassischen Vernehmlassung ist die Ausgangslage: Dort reagiert man nur auf einen vorliegenden Text. Hier konnten die Leute eigene Themen einbringen, von denen einige sehr hoch priorisiert wurden.
«Genau dafür fragt man ja: Wer zuhört, bekommt ein besseres Regelwerk.»
Wie schnell hatten Sie verwertbare Ergebnisse in der Hand?
Grenacher: Wir haben bewusst am 4. September abgeschlossen, kurz bevor unsere Regionrapporte anstanden. Am Tag, als der Dialog fertig war, hatte ich schon das Ergebnis, statt monatelang auf eine Auswertung zu warten. Das ist ein grosser Pluspunkt. Am 5. September lag der Bericht bereits komplett publikationsfähig vor.
«Transparenz schafft Akzeptanz.»
Andere sprechen davon, mit diesem Format Geld zu sparen. Ist das für Sie ein Thema?
Grenacher: Ich glaube nicht, dass wir damit primär Geld sparen. Das war auch nie unser Ziel. Der Gewinn lässt sich nicht in Franken ausdrücken: Wir holen Akzeptanz und zeigen den Leuten, dass wir sie ernst nehmen.
Vogt: Das war auch bei uns nie der Fokus. Im Beitragswesen wird es durch die Wünsche der Basis eher etwas mehr kosten, dafür wissen wir jetzt genau, wo der Mitteleinsatz am meisten bewirkt.
Aus dem Bericht lese ich einen klaren Wunsch nach digitalem, mobilem Zugang zu den Akten. Wie gehen Sie damit um?
Grenacher: Das hatten wir schon länger auf dem Radar. Uns war bewusst, dass die heutige Form nicht mehr ganz zeitgemäss ist. Deshalb sind wir so vorgegangen: zuerst wissen, was inhaltlich wichtig ist, dann erst an die technische Umsetzung gehen.
«Ich war positiv überrascht, wie wenig Zeit wir investieren mussten, bis das Projekt lief.»
Gab es auch Wünsche, die kaum umsetzbar sind?
Grenacher: Ja, etwa der Wunsch nach mehr Gemeindeautonomie bei der Feuerwehrorganisation. Das Gesetz schreibt klar vor, dass jede Gemeinde eine Feuerwehr organisieren muss. Solche Punkte ordnen wir in den neuen Kommandoakten sauber ein: Wir hören zu, tragen aber weiterhin die Verantwortung.
Wie sind Sie mit der BrainE4 Entscheidungsmatrix selbst zurechtgekommen?
Grenacher: Ich habe mich gerne etwas eingelesen. Die Matrix ist eigentlich selbsterklärend. Spannend ist, was dahintersteckt: Wie hoch ist etwas gewichtet, wo herrscht besonderer Konsens. Ich habe das gute Gefühl, dass wir damit in die richtige Richtung gehen.
Was ist Ihr Fazit zur Zusammenarbeit und zum Resultat?
Vogt: Die Betreuung durch Andreas war ausgezeichnet. Er hat effizient und klar erklärt. Unser Aufwand war minimal, das Resultat überzeugend: Auf Knopfdruck steht ein fertiger, gut aufbereiteter Fall bereit.
Schaer: Das kann ich nur bestätigen, ich hatte grosse Freude an der Effizienz. Spannend war, wie sich das Ranking während der Laufzeit nochmals verschob, wenn neuer Input dazukam. Für mich ist das Ergebnis wirklich grandios.
Grenacher: Dem kann ich nur zustimmen. Ich hatte mit Andreas schon einmal über einen grossen Dialog für den ganzen Feuerwehrverband im Kanton Solothurn gesprochen, mit über 3'500 Leuten. Das haben wir damals aus Budgetgründen zurückgestellt. Nach dem, was ich jetzt live erlebt habe, bin ich überzeugt: Das ist der richtige Weg. Die Auswertung samt Priorisierung bekomme ich fixfertig geliefert. Das kostet zwar etwas, aber für mich ist jeder Franken davon wert.
«Der Vorbereitungsaufwand war klein, das Ergebnis dafür gewaltig und sehr detailliert.»
Wem würden Sie BrainE4 empfehlen?
Grenacher: Eigentlich allen, die eine echte Frage haben. Ich würde sogar Firmen ausdrücklich ermutigen, ihre Mitarbeitenden so einzubeziehen. Klassische Umfragen mit den immer gleichen Ankreuzfragen wirken dagegen schnell verstaubt. Wir selbst wollen das auch für unsere eigene Strategieentwicklung einsetzen. Das Format lässt sich auf jede Organisation übertragen, auch auf eine Gemeinde. Die Bandbreite ist für mich völlig offen.
Vogt: Ob es in der Politik funktioniert, weiss ich nicht. Dort geht es meist um eine Entscheidung zwischen zwei Positionen. Das ist eine andere Ausgangslage. Aber grundsätzlich bin ich klar einverstanden.
Schaer: Ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen, das sieht Herr Grenacher genau richtig.
Gibt es etwas, das Sie noch ergänzen möchten?
Grenacher: Nur so viel: BrainE4 darf die Solothurnische Gebäudeversicherung gerne als Referenz weitergeben. Auch an alle, die noch etwas skeptisch sind. Wir stehen jederzeit für einen Austausch zur Verfügung. Wir sind sehr zufrieden, gerade beim Verhältnis von unserem Aufwand zu dem, was herauskommt. Und selbst wenn einmal eine kritische Rückmeldung dabei ist: Genau dafür fragt man ja. Wer zuhört, bekommt am Ende ein besseres Regelwerk.
Online-Dialog:
Gesprächspartner:
Markus Grenacher, Feuerwehrinspektor, Solothurnische Gebäudeversicherung (SGV)
Daniel Schaer, Stellvertretender Feuerwehrinspektor & Leiter Feuerwehrausbildung
Rolf Vogt, Leiter Beschaffungswesen & Beitragswesen